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2024 – Das Jahr der Tuba

Seit 2008 küren die Landesmusikräte regelmäßig ein Instrument des Jahres. Dieses Jahr ist es die Tuba. Nein, dass die Tuba das Instrument dieses Jahres sein würde, war letztes Jahr für mich weder absehbar noch wäre es ein Grund gewesen, meine völlig verstaubten Tuba-Kenntnisse von 1990 wiederzubeleben.

Zwar habe ich damals gern Tuba gespielt, aber ich hatte mein Instrument von der Heiligenhauser Musikschule nur geliehen. Denn eigentlich spielte ich ja Klavier und ganz ursprünglich Geige. Im Schüleraustausch in Minnesota konnte ich allerdings in der Brass-Band der Sauk Centre Highschool beide Instrumente nicht spielen, so dass mich der Band Teacher kurzerhand zur Tuba einteilte – ich könne ja Bass-Schlüssel lesen. Ein ganzes Schuljahr lang täglich eine Stunde und kleinere Auftritte (oftmals mit Sousaphon) gaben ein ausreichendes Training. Zurück in Deutschland spielte ich dann weitere Jahre Tuba, in Orchester und einer kleinen Old-Time Jazz Band, bis ich die Tuba schließlich abgeben musste. Dank Klavier und ein paar Jahren Chor, und mit der Familie ein wenig Hausmusik, spürte ich wenig Bedarf nach einer Tuba, bis ich in der Nachbarschaft Sonja begegnete.

Sonja ist verheiratet mit Stefan, einem Bekannten aus dem Studium. In Pulheim sind unsere Kinder im selben Kindergarten gewesen. Aber mit der Tuba hat das nichts zu tun. Bisher war mein außerberufliches Interesse auf eine andere Sache fokussiert, die jetzt enden würde, und ich müsste mich einem neuen Thema widmen. Nur welches sollte das sein? Sie habe angefangen Klarinette in einem Blasorchester zu spielen, berichtete Sonja. „Ich habe mal Tuba gespielt“, sagte ich. „Tubisten brauchen wir immer“, war ihre Antwort. Ich wurde von Stefan zum Sommerkonzert in die Kirche von St. Kosmas und Damian zum Zuhören eingeladen.

Bei dem Konzert von SinnersBlow hat es gefunkt. Die Erinnerungen an meine Zeit als Schüler in Blasorchestern und Ensembles wurden wach. Das Bemühen aller Beteiligten am Gelingen eines Gigs. Das sympathische, herzliche Miteinander. Zudem haben mir die Stücke gefallen!

Bis zur ersten Probe vergingen dann noch die Sommerferien, die Online-Bestellung einer neuen Tuba und weitere Wochen, die ich mit YouTube-Videos über Tuba und vor allem mit sehr viel Üben verbrachte. Üben, üben, üben für den Ansatz und das Tempo bei den Griffen. Ich sollte wohl sagen, dass ich die Ansprüche von SinnersBlow etwas unterschätzt habe und unbedingt täglich üben muss, damit ich die angekündigten Stücke leidlich spielen kann. Bei den unangekündigten Stücken hat es schon Nachfragen gegeben… Es ist super, dass jeder und jede im Orchester richtig Lust und Laune hat und untereinander ermutigt. Auch meine Mit-Tubistin ist geduldig und hat Spaß an unserer Musik. Inzwischen haben wir auch schon dem Weihnachtskonzert unsere tiefe Note gegeben.

Ich hoffe, dass ich noch lange bleiben darf. In den letzten Proben waren wir Tubistinnen und Tubisten auch schon zu dritt. So sollte es doch auch sein im Jahr der Tuba.

Henning Schnurbusch